2019- 2. Teil Paddeln auf der Vjosa (Albanien)

..und wir sind am Samstag, den 05.10.2019 endlich Richtung Albanien und der Vjosa unterwegs..Wir fahren fast immer auf über 1000 Höhenmetern durch wunderschöne Landschaften.Zuerst ist die Straße super, aber später verschwindet der Asphalt fast vollständig zwischen den vielen Schlaglöchern..Und die ersten Bunkeranlagen sind zu sehen..Wasser nachfassen..Dann sehen wir das erste Mal die Vjosa..und dann trifft es uns..Die Kupplung versagt beim Rückwärtsfahren aus einem Feldweg..Wir müssen den ADAC rufen..Er kommt morgen…mal sehen, was wird..😳06.10.2019Nach einem provisorischem Zeltlager auf einem Stoppelfeld nahe der wenig befahrenen Straße nach Permet gibt es das wahrscheinlich übliche Hick- Hack mit dem ADAC Albanien und dem deutschen Club.Wir können sie erst einmal überzeugen, uns heute nach Permet in ein Hotel zu schleppen. Die weitere Verfahrensweise wird dann Montag geklärt. Permet ist eine Stadt mit ca. 6000 Einwohnern, die einzige größere in dieser Region.Doch vorher gehe ich noch einmal am Standort zu der Vjosa.. Aufladen und ab die Post..Micha bleibt im Auto.Die Polizei, die uns später kontrolliert stört das nicht..Im Hotel erst einmal ein Bier und etwas zu essen..Später dann ein kurzer Gang durch die Stadt..Es gibt alt und neu, aber man sieht, dass sich im Stadtzentrum sehr viel getan hat, auch um Touristen anzulocken. Auch eine neue Schule ist im kurz vor der Fertigstellung..und natürlich der berühmte Felsen aus der byzantinischen Zeit ..mit ein paar Mauerresten.Gegen Abend geht es so richtig los auf dem Marktplatz und dem Boulevard. Alt und Jung flanieren stundenlang vor den offenen Geschäften, Cafes und Bars herum.Herrlich, welch ein Leben in dieser kleinen Stadt. Bei uns undenkbar.. Sie drehen Runde um Runde, für die Alten Spaziergang und Quatschen, für die Jugend Präsentation..Das Kriegsdenkmal der Befreiung 1944.Wir sitzen später noch auf dem Balkon unseres Hotels und beobachten alles aus der Ferne..07.10.2019 Bereits 7.00 Uhr versuche ich mit dem örtlichen Autoclub die weitere Verfahrensweise abzuklären. Sie verweisen auf den ADAC. Wenn der grünes Licht gibt, wird das Auto dann nach Tirana zur Reparatur gehen und wir werden die Vjosa paddeln und hoffentlich später in Tirana ein repariertes Auto vorfinden..Doch das dauert alles…..So, das Auto ist weg, einschließlich Micha, der aus dringenden privaten Gründen uns auch verlassen musste..Wir hoffen auf ein Wiedersehn und sind jetzt mit dem Boot allein.Morgen gehts los auf der Vjosa, aber davor noch eine Wanderung zu einer berühmten orthodoxen Kirche in einem Bergdorf nahe Përemet.Ein Waldarbeiter mit Stihl- Säge im Gepäck kommt uns mit 0,75 PS entgegen..ein letzter deutscher Stahlhelm aus zum Glück längst vergangenen Zeiten....ein Zeichen der Beschwerung.. für alle Revanchisten.. ihr werdet niemals siegen..eine tolle Kirche..und ein abendlicher Blick auf ein etwas verregnetes Përemet. 08.10.Gegen 11.30 Uhr nahmen wir Abschied vom Hotel. Vorher musste ich wieder mit dem Autoclub Albanien debattieren..,da sie das Auto zur falschen Werkstatt schafften. Nun steht es bei Volkswagen Tirana, können es aber erst morgen ansehen..Start..Der Fluss ist gefährlicher als gedacht, gerade wenn nicht soviel Wasser darin ist.. Alle ca. 500 m bis ein Kilometer gibt es enorme Stromschnellen, mit Wellen, die uns oft völlig überfluten bzw. bis ins Gesicht klatschen.Wir müssen 2x lenzen, da im Wildwasser Bends Spritzdecke abgefetzt wird….und finden am Nachmittag..ein wunderbares Plätzchen zum Schlafen..Micha fliegt gerade über uns Richtung Athen und dann weiter nach Hause.., er sendet uns seine Position..Wir sitzen am Feuer und genießen den Abend..Bis später.. Morgen kommt wahrscheinlich die gefährlichste Etappe..09. Oktober Mit einem etwas mulmigen Gefühl starten wir heute gegen 12 Uhr. Es soll nach allen Beschreibungen die knifflichste Etappe durch die Këlcyrë- Klamm werden. Hier gibt es Prallwände, Gegen- und Querströmungen sowie Gefahren, wie Unterspülungen usw.Wir fahren durch wunderschöne Landschaft und in die Klamm ein..Die alte Burg von Këlcyrë errichteten einst die Römer und Ali Pascha baute sie ab 1809 mit Fronleuten um.Wir meistern die schwierigen Stellen recht gut. Auch die sogenannte Schlüsselstelle gelingt uns super.An den Seiten fließen überall Quellbäche als kleine Wasserfälle ein.. irgendwie wie im Märchen.Dann weitet sich die Schluchtlandschaft auf..,doch zu früh triumphieren wir..Eine kräftige Seitenströmung erfasst uns und drückt uns  gefährlich unter niedrige Bäume..Wir müssen, um nicht verletzt zu werden, eine klassische Geburtstags- Kenterung hinlegen, denn es geht um Kopf und Kragen..Alles haben wir noch, bis auf mein Paddel. Das ging mit der starken Strömung von dannen. Zum Glück habe ich eins in Reserve..Wenig später ist der Herzklopftag vorbei.. und wir landen in der Nähe von Tepelenë an, um uns ein Nachtlager zu suchen. Statt 2000er Bergen umgeben uns jetzt die kleinen Brüder, die 1000er, jedoch nicht mehr so nahe..Wir sind ganz zufrieden, owohl der Paddelverlust etwas schmerzt.10.10.2019 Da noch ’ne Menge bezüglich des Autos zu klären war, beginnen wir unsere heutige Tour erst gegen 13.00 Uhrmit herrlicher Vjosa- Aussicht.Heute ist es bewölkt und etwas stürmisch.  Wir fahren Richtung Tepelenëund erkennen die großen Festungsanlagen der Stadt..Kinder winken uns von der Brücke; überhaupt sind fast alle Leute sehr freundlich..Ein Fischotter, der auf einem Flussstein seinen Fisch verspeist ist von uns völlig überrascht. Dann gehts im Sauseschritt auch schon nach Memaliaj, der letzten größeren Stadt zum Einkaufen..Der Wind wächst sich zu einem größeren Sturm aus und wir landen an..Hier tobt sich der Sandsturm noch eine Stunde aus, bis er völlig abflaut..So können wir den Tag ruhig. Mit dem zilpen der Grillen beenden.Ein schöner Abend und etwas weiter murmelt die Vjosa11.Oktober 2019Durch solche Bilder werden wir geweckt:Links und rechts aus dem Zelt raus fotografiert.Da uns der VW Mensch in Tirana keine Hoffnung auf eine schnelle Reparatur machte ( Ersatzteillieferung erst in 7-10 Tagen), verlangsamen wir unsere Reisegeschwindigkeit..Während des Frühstücks kommt in ca. 100 m Entfernung am anderen Ufer ein Kastenwagen vorgefahren und entlädt seelenruhig wohl 1 Kubikmeter Müll direkt auf dem Steinstrand..Was für eine gigantische Sauerei!Bei uns im Uferbereich sieht es dann so aus:Wie wollen wir dieses Problem nur lösen.., alles geht in die Adria, füher oder später..Ich würde den EU- Beitritt davon abhängig machen.. Ich habe noch heute das mehrstimmige ‚Plopp` der Plastikflaschen am Morgen und wieder am Abend in Erinnerung..

Bent ist vom Einkauf zurück.Der Bauer, der ihm Wasser verkaufte, begrüßte ihn mit ‚Heil Hitler‘ und ‚ Merkel, Merkel‘, als er merkte, dass wir Deutsche sind..Wir fahren heute bis kurz vor die Schlucht vor Kalivac. Hier soll bereits seit 2000 ein Staudamm entstehen, der zum Glück derzeit gestoppt wurde. Die ganze Ebene, in der sich die Vjosa so aufästelt soll demnach angestaut werden. 2 Kuhhirten erzählen uns an unserem Nachtlager, dass dann hier alles über 30 m unter Wasser steht. Eine Katastrophe wäre das, den einzigen unverbauten Fluss Europas so zu strangulieren.Hier seht ihr, was ungefähr geflutet werden soll ( der blaue Punkt ist unser Camp)Ihr erkennt auf dem Luftbild die vielen einzigarigen kleinen Nebenarme, die sich auch immer wieder verändern.Beim Paddeln ist es unheimlich schwer, den richtigen zu erwischen, ansonsten muss getreidelt werden. Bei dem Sedimentschlamm oft keine richtige Freude..Wir erleben einen tollen Sonnenuntergang Richtung Schlucht von Kalivac.Eine Heuschrecke wünscht gute Nacht:Wir zünden noch ein Feuer für euch an und trinken einen Raki 😊 12.10.2019 und hinein geht es in die Schlucht,aber dies ist erstmal der Restweg bis zur Adria..Am Ausgang der Schlucht sieht man bereits den 2007 begonnenen Staudammbau..60 m soll er hoch werden. Da bleibt hiervon nix mehr übrig..Eine Pause unter einer uralten grünen Platane.Leider stehen viele dieser altehrwürdigen Bäume nur noch tot da..Dann der Schock..Kurz danach werden wir von einem etwa auf unserer Kopfhöhe gespannten Seil quer über dem Fluss überrascht. Wir können es geade so noch hochdrücken.Ein Traktor fährt durch den Fluss, beladen mit Bewehrungsstahl vom Staudammbau.. Es wird anscheinend etwas geplündert..Wir fahren weiter und wechseln bei einer Pause mit Händen und Füßen ein paar Worte mit einem Schafhirten..Es ist die letzte Hochebene vor der Adria. Wir wollen heute noch bis zur Pocem- Schlucht fahren.Sicher gibt es da auch bereits ein Staudamm- Projekt. Mich würde es nicht wundern.An einem absolut stillen Örtchen schlagen wir vor der Schlucht unsere Zelte auf..In der Ferne ziehen die Schaf- und Ziegenhirten mit lieblichen Glockengeläut nach Hause.. Ein TraumJetzt braucht nur noch Goijko Mitic oder Pierre Brice um die Ecke zu kommen..Gute Nacht bei Vollmond  13.10.2019 Auch heute weckt uns süßes Glockengeläut.Die Hirten treiben am anderen Ufer ihre Herden in die Berge.Die sehen teilweise seltsam aus. Brandrodung!An diesem Tag keulen wir richtig , 35 km sind geschafft..Sogar an einer Bar kommen wir vobei. Bei Grillenmusik beobachten wir, 35 km vor der Adria und nur noch 1-2 m über Meeresspiegel einen tollen Sonnuntergang bzw. Mondaufgang..Schlaft gut!Montag, der 14.10.2019Früh am Morgen weckt uns ein Ziegenhirte..Er winkt uns dann später noch eine Zeitlang zu, denn wir haben ein Stück den gleichen Weg..UDie Vjosa weitet sich auf und besitzt kaum noch Strömung..Die Kiesbänke gehen in Sand über. Es ist nicht einfach, eine schöne Campstelle zu finden, da das Ufer fast vollständig bewachsen ist.Doch dann finden wir sie, kurz vor Sonnenuntergang. Es ist irgendwie ein Gefühl, wie letztes Jahr in der Puszta. Die Hunde in den entfernten Gehöften können sich erst spät beruhigen, Kühe muhen und man hört die Schafglöckchen bimmeln. Und die Schakale jaulen schon im Hintergrund..Noch 8 km trennen uns am Abend von der Adria..Bis morgen dann. 15.10.2019 Der Schäfer lenkt rücksichtsvoll am frühen Morgen seine Herde an unseren Zelten vorbei..Nach einem erfrischenden Bad starten wir gegen Mittag zur eigentlich letzten Etappe. Es soll die Vjosa hinab bis zur Mündung gehen und dann 10 km auf der Adria Richtung des kleinen Ortes Darëzezë e Re.Unterwegs sehen wir noch schöne Campmöglichkeiten. Die Vjosa ist jetzt richtig breit und hat kaum noch Strömung.Links und recht stehen eigenartige Konstruktionen..Es sind riesige Senknetze zum Fischen. Manchmal wird das Hebendes Netzes mit einem Traktor angetrieben.Klassische Angler gibt es auch, jedoch weniger..Eine Polizeipatroulie grüßt uns freundlich vom Boot, dem einzigen motorbetriebenen, das wir auf der ganzen Strecke sehen. Dann erreichen wir den Mündungsbereich und die Adria eröffnet sich uns..Wir fahren noch die 10 km an verlassenen, jedoch vermüllten Stränden entlang, bis die ersten Bars usw.kommen. Die meisten sind jedoch jetzt verlassen. Dabei ist es nach unserem Gefühl mit 27°C sehr warm, auch das Wasser. Wir trinken bei einem kleinen Stop ein Bier an einer Strandbar..und finden dann ein schönes Fleckchen an den Dünen..Leider liegt viel Müll herum..Knapp 170 km Kajakkilometer liegen nun hinter uns..Wir sind hier:Normalerweise könnte es nun ab morgen nach Hause gehen.Der VW Mensch in Tirana wartet jedoch auf die Ersatzteile..Wir müssen gezwungener Maßen Strandurlaub machen, bevor ich nach Tirana fahre, um das Auto zu holen..Es gibt tatsächlich Schlimmeres..Gute Nacht euch! 😀

Update 18.10.2019

Es scheint sich in Sachen Autoreparatur etwas zu bewegen.

Jedenfalls bin ich auf dem Weg nach Tirana.

Außerdem hatten wir einen schönen Sonnenaufgang heute.

Ich schlage mich mit dem Bus bis nach Quark Vier durch. Dort hilft mir ein netter Busfahrer und bringt mich zum Abfahrtsort der Kleinbuslinie nach Tirana. Es sieht alles ein wenig chaotisch aus,.. wir fahren meist Autobahn, die  ab und an von kleinen Kreisverkehren unterbrochen wird. Hier sind dann sozusagen die Ein- und Ausstiege für die Busse, also quasi die Bushaltestellen. 

Mit meinem wiederum freundlichen Busfahrer erreiche ich einen deal, dass er mich nahe der VW-Niederlassung absetzt. Wunderbar, so spare ich mindestens 2 Stunden. Gegen 12 bin ich schon Vor-Ort, setze mich in ein kleines Kaffee neben VW und warte auf das Startsignal, das dann auch bald kommt. Der nette Wirt will nicht einmal Geld von mir, als er merkt, dass ich Deutscher bin.

Bei VW läuft alles recht reibungslos und professionell ab. Viele sprechen deutsch.. So bin ich dann später nach einem kleinen Einkauf bereits gegen Abend wieder bei Bend am Strand. Wir beladen das Auto und geniessen den letzten wunderbaren Sonnenuntergang..

 

 

19. und 20.10.2019 

Die Heimfahrt erfolgt komplikationslos über Montenegro, Bosnien, Kroatien, wo wir nochmals in der Nähe von Split übernachten, Slowenien, Österreich und Tschechien.

Wir haben weit über 4000 km zurückgelegt, 13 Länder besucht und eine Menge Grenzübertritte hinter uns. 

 

 

 

 

 

Den ersten Teil der Reise könnt ihr hier finden:

2019 Paddeln in der Ägäis und auf dem kleinen Prespasee (Albanien Vjosa 1. Teil)

 

Ein paar wenige Tipps:

Albanien hat freundliche und immer kontaktfreudige, aber nie aufdringliche Menschen. Oft haben vor allem Jüngere bereits in Deutschland gearbeitet.

Belästigt wurden wir nur in einer Stadt im Auto durch etwas aggressiv bettelnde Kinder. Wir hatten nie das Gefühl, dass uns jemand bestehlen wollte.

Es ist anzuraten, Vor-Ort eine SIM-Karte (Touristenkarte) zu kaufen. Die gibt es für ca. 13 EUR mit 15 GB Internet und 10 Freisprechminuten und 50 SMS. Nicht jeder Handyladen führt jedoch diese Karten. Wir haben sie in einem Vodafone Geschäft gekauft. Witzig: nur bar konnten wir bezahlen. Überhaupt sind Geld- oder Kreditkarten fast nie anwendbar.. (Stand Oktober 2019)

Der Handyempfang ist im ganzen Land hervorragend. Viel besser als in Deutschland!

Einmal wollte uns ein Tankstellenwart betrügen, bei der Abrechnung mit EUR. Also, bitte aufpassen! In den allermeisten Geschäften geben die Verkäuferinnen reichlich Wechselgeld heraus (oft zu ihren Ungunsten und in Euro). Der Dieselpreis bewegt sich bei ca. 1,20 EUR.

Auch Alleinreisende werden nicht belästigt. So haben wir einzelne Radlerinnen inmitten des Landes gesehen, die niemals gefährdet waren.

Euro wird man eigentlich überall los, d.h. man braucht nicht unbedingt albanische Lek. Kleine Stückelungen mitnehmen! Die Geschäfte kennen den Wechselkurs und wenden ihn korrekt an.

Das Bier ist hier für die Einheimischen mit ca. 0,65-1,00 EUR fast nicht bezahlbar und schmeckt gut. In der Kneipe kostet es 150-200 LEK, also 1,20-1,50 EUR. Dort trinken alle selbstgebrannten Schnaps (Raki). Der ist manchmal, wie in Permet so hervorragend, dass wir ihn uns für ca. 6-8 EUR in die Flasche füllen liessen. Je näher wir der Mittelmeerküste kamen, umso schlechter wurde der Brand.

Die kleinen Geschäfte haben auch oft sonntags auf. Trinkgeld ist hier ungewöhnlich und wird oft zurückgewiesen.

Der Strassenverkehr ist gewöhnungsbedürftig und es wird oft gehupt. Letztendlich fahren aber alle recht vorsichtig.

Es gibt viele streunende Hunde, die aber nicht so aufdringlich, wie z.B. in Rumänien sind.

Mit den Bussen kommt man für wenig Geld (10 km -60 ct & 150 km 350 LEK.. weniger als 3 EUR) fast überall hin. Es sind auf den Überlandstrecken oft alte deutsche Busse mit tw. deutschen Hinweisen unterwegs..

Die Vjosa sollte man als ungeübter Paddler auch nicht ab Permet befahren, da es mehrere knifflige Stellen mit WW 3-4 gibt. Ein Einstieg ab Tepelene, vor dem geplanten Staudamm (Achtung, kurz danach quert Stahlseil in Kopfhöhe das Wasser!!) ist jedoch ungefährlich.. Falls man etwas weiter oben (Permet) oder noch höher einsteigt, so empfehlen sich keine vollbeladenen langen Wanderkajaks.. Nach dem Staudammprojekt weitet sich das Tal der Vjosa auf und der Fluss verästelt sich. Da die Fliessgeschwindigkeit immernoch recht hoch ist, hat man das Problem, sich auf einen Ast festzulegen. Das führte bei uns zu häufigem Treideln, da man nie erahnt, wie flach diese Strecke wird. Allerdings hatten wir auch Niedrigwasser.. Auch die Luftbilder von google helfen recht wenig, da sich der Fluss fast jährlich total verändert.

Ein weiteres Problem ist in den Uferbereichen der häufige Sedimentschlamm. Da kann man schon mal beim Baden oder beim Ein- und Aussteigen bis zum Knie im Dreck stecken.. Auch das kennen wir von der Donau bereits..

Entgegen anders lautenden Meldungen findet man auf den letzten Kilometern der Vjosa gute Campingmöglichkeiten. Am Strand des Mittelmeers war das campen kein Problem. Die Polizei fuhr zwarr fast täglich vorbei. Nur am ersten Tag wollten sie wissen, woher wir kamen und dann grüssten sie nur noch freundlich..

Unbedingt sollte man in den Städte das Abendleben beobachten. Es ist sehr interessant und lebendig. Shkodra ist eine ansehenswerte traditionelle Stadt mit Marktleben.

Falls man einen Autoschaden hat, muss man teilweise viel Zeit einplanen  . Die Ersatzteile werden nach Ungarn geflogen und von dort über Land geliefert.. Bei uns hat das über 7 Tage gedauert. Die Kommunikation mit dem ADAC war eine Katastrophe. Anfangs haben sie uns an einen Partner in Albanien weitervermittelt und uns erklärt, dieser könne alles regeln. Das stimmte jedoch nicht, da sich dieser Dienst zu jeder Ausgabe (Übernachtung im Hotel, Transport zur Fachwerkstatt etc.) das ok vom ADAC holen musste.. und die reagierten oft erst nach mehreren Tagen. Auch die VW Mobilitätsgarantie konnten wir nicht in Anspruch nehmen. Da ging keiner ans Telefon.. Erst 3 Tage später kam der erste Rückruf.. zum Vergessen!!

Für mich gibt`s dafür für den ADAC-Service gerade noch eine 4-. Ganz klar keine Empfehlung!!

 

Zum Abschluss noch ein kurzes Flaggenspiel unserer wunderschönen Reise…, die bereits 2020 unmöglich gewesen wäre. In Krisensituationen, wie  2020 merkt man, wie weit man mit Europa ist.. Wir ziehen alle, aber nicht an einen Strang und zerfallen ganz schnell wieder in unsere eigene, kleinliche Suppe..

 

Daher sind wir froh, dass wir dies so erleben konnten. Wer weiss, ob es je wieder so frei wie 2019 sein wird:

 

Flagge DeutschlandTschechische Republik, Land, Europa  Slowakei, Land, Europa, Flagge, GrenzenUngarn, Karte, Flagge, Kontur, GrenzenSerbien, Karte, Flagge, Kontur, GrenzenMazedonien, Land, Europa, FlaggeGriechenland, Küste, Kreta, InselnAlbanien, Land, Europa, Flagge, Grenzen Montenegro, Land, Europa, Flagge                                        Kroatien, Karte, Flagge, Geographie                Slowenien, Land, Europa, Flagge, Grenzen    Österreich, Umriss, Grenze, Flagge                       

                        Tschechische Republik, Land, Europa Deutschland, Flagge, Fingerabdruck, Land                                          

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